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Erklärung der Bürgermeisterin zur Corona-Krise

31.01.2022
BGM Dr. M. Heuvelmann
BGM Dr. M. Heuvelmann

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

diese Zeiten sind beunruhigend: Noch haben wir die Pandemie und ihre Folgen nicht überwunden, der Krieg gegen die Ukraine dauert schon Wochen an. Er ist nicht der einzige brutale Krieg auf der Welt, aber er ist uns sehr nah. Im Moment weiß niemand, wie sich die Situation entwickeln wird. Das ist besorgniserregend und macht Angst. Unser Mitgefühl gilt den ukrainischen Menschen und allen anderen Opfern. Wir alle hoffen, dass diese Situation nicht weiter eskaliert!
Die Gemeinde hat innerhalb kurzer Zeit und mit viel ehrenamtlicher Unterstützung fast 50 Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen (Stand Mitte April). Die meisten davon sind Frauen und Kinder, die in ihrer Heimat oder auf der Flucht zum Teil schreckliche Erfahrungen machen mussten. Ich danke allen für ihre schnelle und unkomplizierte, mitmenschliche Hilfe!
Wie in der Pandemie fühlen wir uns dem Kriegsgeschehen ohnmächtig gegenüber. Wie viel Leid dadurch entsteht, ist unfassbar. Wir alle tun, was wir können, doch unsere Mittel sind begrenzt und unser Einfluss ist gering.
Unsere persönliche Lage erscheint fast schon luxuriös, wenn man die Bilder aus der Ukraine sieht. Unser Bundeswirtschaftsminister hat die „1. Warnstufe“ bei der Gasversorgung ausgerufen. Engpässe zeichnen sich in den kommenden Monaten noch nicht konkret ab. Trotzdem ist auch das beunruhigend.

In diesem Zusammenhang wurde andernorts schon zum Energiesparen aufgerufen. Ich möchte diesem Beispiel für die Gemeinde Glandorf folgen. Deshalb rufe ich alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, in den kommenden Wochen/Monaten möglichst wenig Energie zu verbrauchen.
In Absprache mit allen Beteiligten werden wir die Temperatur in den Gebäuden der Gemeinde und auch die Wassertemperatur im Hallen-Garten-Bad um 1 °C senken. Darüber hinaus werden wir versuchen, auch sonst möglichst wenig Strom/Gas etc. zu verbrauchen. Die Schulleitungen haben diese Idee begrüßt. Sie glauben, dass die Schülerinnen und Schüler bei der Suche nach weiteren Möglichkeiten sehr erfindungsreich sein werden. Mir kamen Gedanken an meine eigene Kindheit in den Sinn: In den 1970er Jahren gab es wegen der „Ölkrise“ bundesweit autofreie Sonntage.
Wenn wir jetzt mit all unseren Mitteln Energie sparen, ist dies prioritär als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine zu verstehen. Zudem verbessert es den Handlungsspielraum der Bundesebene im internationalen Rahmen. Ferner ist eine solche Maßnahme ganz im Sinne des Klimaschutzes und schont auch unseren eigenen Geldbeutel. Schlussendlich kann Energiesparen sogar großen Spaß machen, mindestens entlässt es uns ein wenig aus der eigenen Ohnmacht.

Gerne hätte ich zum Mai ein Grußwort zu einem anderen Thema geschrieben. Ein Lichtblick ist – wie so oft im Leben – die zwischenmenschliche Solidarität, auf die man sich verlassen kann!
Mit herzlichem Gruß und den besten Wünschen, für unsere neuen MitbürgerInnen

Ihre/Eure

Magdalene Heuvelmann

 

 

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