Gemeinde Glandorf · Münsterstr. 11 · 49219 Glandorf · Telefon: (05426) 9499-0

Gemeinde Glandorf  · Telefon: (05426) 9499-0

Erklärung der Bürgermeisterin zur Corona-Krise

30.04.2021
BGM Dr. M. Heuvelmann
BGM Dr. M. Heuvelmann

Liebe Glandorferinnen und Glandorfer,

unter normalen Umständen hätte ich Sie/Euch in den vergangenen Wochen sicherlich zu der einen oder anderen Bürgerversammlung eingeladen. Themen und Informationsbedarf gibt es anscheinend genug. Bedauerlicherweise sind Bürgerversammlungen nur sehr erschwert möglich.

Aktuell (Mitte April) haben wir nur wenig (nachgewiesen) akut mit Covid 19 Infizierte in Glandorf. Allerdings verstarben in den letzten Wochen auch zwei Glandorfer, die sich mit dem Virus infiziert hatten. Mein Mitgefühl gehört ihren Familien und Freunden!

Diese traurige Nachricht macht uns darauf aufmerksam, worum es beim Infektionsschutz eigentlich geht: um die Verhinderung möglichst vieler Todesfälle! In Glandorf, im Landkreis, in Niedersachsen, in Deutschland und auch weltweit.  Wir alle leiden unter den Pandemiefolgen. Das Spektrum reicht von persönlichen Verlusten, über Existenzängste, über Wut bzgl. inkonsequenter „Hü- und Hott“-Entscheidungen übergeordneter Ebenen, über familiäre Sorgen, über Organisationsschwierigkeiten im Alltag, über den Ärger bei Freiheitseinschränkungen bis hin zu „einfach“ schlechter Laune, weil das alles so lange dauert und weil man sich ohnmächtig fühlt. Es steht nicht in meiner Macht, irgendetwas daran ändern oder abmildern zu können. Leider.

Im Besonderen in solchen Zeiten ist es nicht der Rede wert, dass eine Verwaltung möglichst gut arbeitet, unbürokratisch unterstützt, berät, aushilft, Kontakte vermittelt, organisiert und vorausschauend plant. Schließlich werden alle Mitarbeiter von Steuergeldern bezahlt.  Erwähnenswert ist aber vielleicht doch, dass wir erheblich mehr Arbeit als sonst haben. Dies ist keine Klage, sondern die Feststellung einer Tatsache.

Auch die Glandorfer Politik hat sich Gedanken zur Abfederung von Pandemiefolgen gemacht. Im Konsens (!) wurde ein Förderprogramm für Vereine aufgelegt und ab Mai wird der „Glandorf-Gutschein“ zur Stützung der örtlichen Einzelhändler und Gastronomen auf den Weg gebracht (siehe Artikel in diesen Mitteilungen).

Die Aufnahme Glandorfs in das Dorfentwicklungsprogramm des Landes Niedersachsen erweist sich mittlerweile als eine Art „Erfolgsschlager“. Konzeptionell wird das Programm mit vielen öffentlichen Formen der Bürgerbeteiligung erstellt und durch kommunale Gremien abgesichert. Eines der so genannten Leuchtturmprojekte der Gemeinde ist von Anfang an die Verbesserung der Aufenthaltsqualität auf dem Thie gewesen. Immer gab es vereinzelte Stimmen, die meinten, man könne und solle alles so lassen, wie es ist, die Gemeinde solle hierfür nicht so viel Geld ausgeben. Im Laufe der Jahre rang man – auch im Rat - um die Ausgestaltung und um Kompromisse, bspw. „große“ oder „kleine“ Lösung, welches Pflaster soll genommen werden etc. Bis Oktober 2020, also quasi beim Einbiegen auf die Zielgerade, gab es bei zwei Details auf der gesamten Strecke einen Konsens, auch im Rat: Der Gedenkstein sollte einen anderen würdigen Standort erhalten und ein „Wasserspiel“ sollte gebaut werden. Deshalb war und bin ich persönlich ein wenig verwundert, dass es nun zu diesen Fragen wahrscheinlich zu einem Bürgerentscheid kommen wird. Trotzdem ist ein Bürgerbegehren/Bürgerentscheid natürlich ein legitimes demokratisches Mittel, wenn man meint, die Bürgerinnen und Bürger seien mit einer mehrheitlichen Entscheidung des Rates nicht einverstanden.  

Bevor ich auf die positiven Nachrichten zurückkomme, kann ich Euch, Ihnen und mir eine kleine Erläuterung nicht ersparen. Kraft meines Amtes als unsere Bürgermeisterin hatte ich zwei (erfahrenen) Ratsmitgliedern das Reinigen des Gedenksteines untersagt, da dieser zu dem Zeitpunkt schon ein kommunalpolitisch umstrittenes Thema war. Das konnte und musste ich tun. Ich würde und müsste und werde auch andere partei-/fraktionspolitische Aktivitäten an Gemeindeeigentum untersagen, wenn diese z.B. dem Wahlkampf dienen sollten. Dies gehört zu meinen Pflichten. Dass der Stein trotzdem gereinigt wurde, ist respektlos dem Amt der Bürgermeisterin gegenüber. Dass es (angeblich) darüber hinaus viele verunsicherte Ehrenamtliche geben soll, die jetzt nicht mehr wissen, ob sie die Gemeindebeete weiter pflegen dürften, wage ich zu bezweifeln. Das Eine hat mit dem Anderen im Übrigen nichts zu tun. Bei mir hat sich auf jeden Fall niemand gemeldet. Jeder, der mich kennt, weiß, wie sehr ich ehrenamtliches Engagement schätze und würdige. Mir war und ist es ein Anliegen, an dieser Stelle noch einmal deutlich zu machen, dass sich jede und jeder bei Fragen und Anregungen immer gerne direkt an mich wenden kann. (Tel.: 05426/9499-16 oder E-Mail: )

Um so größer ist meine Freude, mein Mai-Grußwort mit sehr, sehr schönen Nachrichten abrunden zu können: Stand heute (16.04.) fließen mehr als 1,1 Millionen weitere Fördergelder aus der Dorfentwicklung in Richtung Glandorf. Diese betreffen einerseits private Projekte (Neubau für die Malteser, Sanierung vom Kolpinghaus, Windmühlentechnik, Außenanlagen Haus Wibbelsmann und mindestens 6 andere) als auch kommunale Anträge, wie die beiden „Module“ der großen Pättkestour (Trimm-Pfad in Schwege, Niedrigseilgarten in Glandorf) und schließlich die Verbesserung des Weges von Wolke zum Friedhof in Schwege.

Wir alle können in diesen Zeiten, glaube ich, Aufmunterung gut gebrauchen, denn wir alle brauchen bei der Pandemie noch einiges Durchhaltevermögen. Deshalb meine Bitte zum Schluss: Seien Sie  weiterhin vorsichtig und diszipliniert! Besonders freuen würde es mich, wenn – wie 2018 bei der Landesgartenschau – auch in diesem Jahr in vielen Hauseingängen und am Wegesrand bunt bepflanzte Töpfe, Körbe, Kübel o.ä. unsere Augen erfreuen könnten.

Mit herzlichem Gruß – ich vermisse Sie und Euch und freue mich auf die Feierlichkeiten zum 41. Jahrestag der Unabhängigkeit Glandorfs im nächsten Jahr!

Dr. Magdalene Heuvelmann

       - Bürgermeisterin -

zurück